upCam Cyclone HD S+ Test

Der deutsche IP-Kamera-Hersteller upCam liefert einen Nachfolger für die Cyclone HD, die wir bereits vorgestellt haben. Dieses Mal testen wir die upCam Cyclone HD+ (Plus) Überwachungskamera auf Herz und Nieren.

Videoqualität

Bild
Im Vergleich zum Vorgänger (ohne das „S+“ am Ende des Namens) hat upCam die Bildauflösung von HD (960p) auf Full HD aufgerüstet. Der Sony Exmor Sensor hält die Videos nun in 1920 x 1080 Bildpunkten und mit einem 2 Megapixel Weitwinkel-Objektive fest. Dieser Sprung spiegelt sich auch deutlich in den Aufnahmen wieder. Sie sind viel detailreicher und damit nützlicher für nachträgliche Analysen.

Die Stufen zwischen den einzelnen Auflösungen (1080p, 352p & 176p) sind jedoch sehr groß gewählt worden. Vor allem der Qualitätsunterschied zwischen der höchsten (Full HD) und der mittleren (VGA) Auflösung ist deutlich zu erkennen. In der vollen Bildauflösung verbraucht das Video ungefähr 10MB bis 15MB pro Minute an Speicherplatz. Bei einer eingestellten Daueraufnahme wird die mitgelieferte 8GB Speicherkarte schnell voll. Dann werden alte Aufnahmen mit neuen überschrieben. Womöglich wäre eine 72o-Pixel-Auflösung ganz nützlich für diejenigen, die viel an Material aufnehmen möchten und trotzdem eine passable Auflösung brauchen. Aber mit einer größeren Speicherkarte (min. 32GB) ist dies kein wirklicher Nachteil. In Anbetracht des Preises ist die Full-HD Auflösung der IP-Kamera eine echte Seltenheit.

höchste Auflösung (1920 × 1080 p)
höchste Auflösung: Full HD (1920 × 1080 p)
mittlere Auflösung (640 × 352 p)
mittlere Auflösung: VGA (640 × 352 p)
niedrigste Auflösung (320 × 176 p)
niedrigste Auflösung: QVGA (320 × 176 p)

Neben der hohen Auflösung, werten auch die Ausleuchtung und der Kontrast der Kamera die Aufnahmen enorm auf. Selbst bei Gegenlicht liefert die Kamera in unserem Test brauchbare Bilder ab. Sollte das Bild trotzdem nicht passen, gibt es eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten (Kontrast, Belichtung, Helligkeit usw.). So kann die Überwachungskamera optimal auf das Einsatzgebiet angepasst werden. Das haben wir bisher bei keiner anderen IP-Kamera gesehen. Um einpaar Veränderungen in den Einstellungen zu demonstrieren, haben wir ein Testvideo gedreht:


Bei Nacht schaltet sich die Cyclone HD S plus in den Nachtsichtmodus. Hierbei kommen die 8 Infrarot-LEDs zum Einsatz. In diesem Modus soll laut upCam ein Bereich von bis zu 12 Meter ausgeleuchtet werden können. In unserem Test haben wir eine Distanz von ca. 3 bis 4 Metern getestet. Unser Raum wurde, wie man im Video oben sehen kann, sehr klar und kontrastreich dargestellt. Die Schaltung in den Nachtsichtmodus verlief relativ flüssig und stabil.

Ton
Der Ton in den Aufnahmen ist, wie bei fast allen Überwachungskameras, eher durchschnittlich. Hier darf man keine Studioqualität erwarten; aber für Überwachungsaufnahmen reicht er völlig aus. Falls man einen sehr guten Ton braucht, gibt es auch dafür eine Lösung: Der Audio-Eingang.

Einrichtung

Laut Hersteller soll die upCam Cyclone HD S+ „in nur 1 Minute eingerichtet“ sein. In unserem Test haben wir ein wenig länger gebraucht. Die Einrichtung haben wir über LAN-Anschluss durchgeführt. Vorerst jedoch muss man die App „upCam QuickConnect“ über iTunes oder Google Play laden und installieren. Anschließend wird die Überwachungskamera an Strom und Modem angeschlossen. Nun öffnet man die App und drückt auf „Hinzufügen“ (Plus-Symbol). Hier reagiert die App mit einer kleinen Verzögerung. Zuletzt auf „QR-Code“ tippen und den Code auf der Unterseite der IP-Kamera einscannen. Das Scannen hingegen verlief bei uns sehr schnell ab. Jetzt ist die IP-Kamera eingerichtet. Eine Video von uns zur Einrichtung findest du hier.

Tipp: Nach der Einrichtung unbedingt die Standard-Zugangsdaten (User: admin, Passwort: admin) ändern.

WLAN nachträglich aktivieren:
Erst, wenn die Kamera über LAN eingerichtet ist, lässt sich die WLAN-Funktion aktivieren. Dazu tippt man auf das Info-Zeichen (i) neben der eingerichteten Kamera. Anschließend in den Menüpunkt „Erweiterte Einstellungen“ gehen und dort unter „WLAN Einstellungen“ eine Verbindung zum Modem herstellen. Wir hätten uns hier eine (einfachere) Lösung gewünscht, die völlig ohne LAN-Kabel auskommt. Diesen Wunsch haben wir bei dem Team von upCam bereits eingereicht.

Update zur Einrichtung:
Nach Kontakt mit dem Hersteller hat sich herausgestellt, dass die App „upCam QuickConnect“ veraltet ist. Leider erscheint (in unserem Fall) beim Suchbegriff  „upCam“ im Itunes-Store, die veraltete App an erster Stelle der Suchergebnisse. Die neue App heißt „upCam Connect“ und die Einrichtung über ihr soll noch einfacher ablaufen. Es sei auch kein LAN-Kabel notwendig, um die IP-Kamera einzurichten. Dazu muss der Router nur die WPS Push-Button Methode unterstützen.

upCam Cyclone HD S+ zurücksetzen (Reset):
Um die Überwachungskamera in den Werkszustand zu bringen, hält man den WPS-Knopf auf der Hinterseite der Kamera für etwa 15 Sekunden lang gedrückt.

Funktionen

Bewegungserkennung
Wie auch die meisten anderen Überwachungskameras in diesem Preissegment, hat die Cyclone HD S Plus eine Bewegungserkennung an Bord. Sobald eine Veränderung des Aufnahmebereichs eintritt, sendet die Kamera ein Bild per E-Mail ab oder speichert das entsprechende Überwachungsvideo auf der mitgelieferten SD-Speicherkarte. Wer gerne Videos von überall aus ansehen möchte, kann dies auch über den kostenpflichtigen „CloudCorder“ (monatlich kündbar). Die Server des CloudCorders liegen übrigens in Deutschland. D.h. man ist in punkto Datenschutz & Privatsphäre einigermaßen abgesichert. An dieser Stelle kommt, wie immer, unsere Empfehlung, eine Speicherkarte zu nutzen, falls man wirklich auf Nummer sicher gehen will.

Hören & Sprechen
Dass ein Mikrofon in einer IP-Kamera eingebaut ist, ist in zwischen Standard. Die upCam Cyclone HD S+ verfügt darüber hinaus auch einen Lautsprecher. Dadurch ist es möglich eine Kommunikation mit dem Überwachungs-Objekt aufzunehmen. Ein nettes Feature, vor allem für Eltern, die diese Netzwerkkamera als Babyphone oder zur Überwachung ihrer Kinder einsetzen möchten.

Schwenken & Neigen
Eine weitere nützliche Funktion ist das „Schwenken und Neigen“. Dank eines kleinen eingebauten Motors, ist es möglich die WLAN-Kamera in der Horizontalen und Vertikalen zu steuern. Dies geschieht entweder über die App oder am PC/Mac. Vor allem für Haustierbesitzer eignet sich die upCam daher ganz gut. Falls sich z.B. der Hund außerhalb des Aufnahmebereichs bewegt, schwenkt die Überwachungskamera mit. Das Ganze funktioniert in der mittleren und niedrigen Bildauflösung äußerst flüssig. Nur in 1920 mal 1080 Pixel ruckelt die Live-Betrachtung auf Smartphone minimal. Jedoch macht die Betrachtung in Full HD auf einem Smartphone nicht wirklich Sinn, weil kein gravierender Unterschied auf einem kleinen Bildschirm erkennbar ist.

Support

Technische Geräte bereiten Nutzern oft Probleme, deswegen wenden sich die meisten an einen sogenannten Support. Er unterstützt die Kunden nach dem Kauf der Geräte. Zumindest behaupten das viele Unternehmen von sich. Bei upCam bleibt es nicht nur eine Behauptung; es ist die Realität. Bei jeder noch so schwierigen oder banalen Fragen, die wir während der Testphase hatten, konnte uns ein freundlicher und kompetenter Mitarbeiter weiterhelfen. Und das sogar noch am selben Tag (per E-Mail). Über Telefon wäre es noch schneller gelaufen. Von Mo-Fr. 12-18 Uhr und Sa. 12-16 Uhr hilft der Support hier bei Fragen und Problemen rundum seine Produkte. Bei schwierigen Angelegenheiten kann ein Mitarbeiter via Fernwartung behilflich sein. Damit hebt sich upCam deutlich von seiner Konkurrenz ab.

Zusammenfassung

upCam Cyclone HD S+

upCam Cyclone HD S+
9.375

Videoqualität

10/10

    Funktionen

    9/10

      Benutzerfreundlichkeit

      9/10

        Sicherheit

        10/10

          Vorteile

          • sehr gute Videoqualität
          • viele Einstellungsmöglichkeiten
          • super Support

          Nachteile

          • mitgelieferte SD-Karte zu klein

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