HiKam Q7 im Test

HiKam Q7 im Test

In unserem heutigen Test geht es um die HiKam Q7 IP-Kamera. Wie sich die Überwachungskamera schlägt und warum sie unser Testsieger ist, erfahren Sie hier.

Videoqualität

Die Aufnahmen der Q7 haben eine gute Qualität. Die 1,3 Megapixel Kameralinse nimmt das Bild mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln auf. Der Betrachtungswinkel liegt bei 75°. Dank automatischem Weißabgleich und selbstregulierender Belichtung sind Bilddetails immer gut erkennbar. Beim Einschalten oder bei einer Bewegung per App braucht die Kamera aber einige Sekunden, um das Bild korrekt darzustellen. Die Qualität der Live-Aufnahme in der App lässt sich einstellen in LD (Low Definition), SD (Standard Definition) und HD (High Definition). Damit ist nur die Auflösung in Echtzeit gemeint; zum Archivieren wird standardmäßig HD genutzt. Der Unterschied zwischen SD und HD ist in unserem Test nur minimal erkennbar.

Live-Bild in HD-Qualität
Live-Bild in HD-Qualität (Screenshot)
Live-Bild in SD-Qualität
Live-Bild in SD-Qualität (Screenshot)

Bei Dunkelheit schalten sich die Infrarot-LEDs an, um das Bild weiterhin festzuhalten. In unserem Test ist der Kontrast im Nachtsichtmodus stark genug und die Belichtung optimal eingestellt. Selbst eine einzelne Lichtquelle; in unserem Fall ein eingeschaltetes Laptop-Display, irritiert die Infrarot-Sensoren nicht. Laut Hersteller soll eine Reichweite von bis zu 10 Meter ausgeleuchtet werden können.

Funktionen

Die HiKam Q7 bietet jede Menge Funktionen an. Darunter fallen Bewegungserkennung, aber auch eine „Gegensprechanlage“ und ein eingebauter Motor, der zur Steuerung der Kamera dient.

Bewegungserkennung

Der Bewegungssensor funktioniert relativ gut und präzise. In unserem Test erkennt er auch schnelle Bewegungen sicher und gibt einen Alarmton (Sirene) von sich, falls gewünscht. Gleichzeitig erhält der Benutzer eine Push-Nachricht auf sein Smartphone und/oder eine E-Mail mit einem Screenshot der Aufnahme. Selbst, wenn die HiKam Q7 im schlimmsten Fall gestohlen wird, hätte man immerhin ein Beweisfoto im E-Mail-Postfach. Um die Genauigkeit der Bewegungserkennung zu testen, haben wir dazu ein kleines Demonstrations-Video gedreht:


Die Sirene ist laut genug, um ungebetene Gäste in Panik und Flucht zu versetzen. Möchte man sie abschalten, muss man dies unter der Übersicht „Meine Kamera“ tun. Hier genügt ein Wischen über den „Alarm“-Knopf.

Des Weiteren ist im Lieferumfang eine externe Funkantenne enthalten. Sie lässt sich an die HiKam Q7 anschließen, um eine Verbindung mit einem externen Bewegungsmelder (zum Beispiel zur Fenstersicherung) zu schaffen. Öffnet sich beispielsweise ein Fenster, so sendet der Fenstersensor (Bewegungsmelder) ein Signal an die Überwachungskamera. Diese wiederum löst ein lautes Sirenen-Geräusch aus und sendet zeitgleich eine Benachrichtigung an ein gewünschtes Smartphone. Optional startet währenddessen auch eine Aufnahme.

Audio Kommunikation

Ein weiteres Feature, die „Gegensprechanlage“, erlaubt es per eingebautem Mikrofon und Lautsprecher eine 2-Wege-Kommunikation zwischen der aufzunehmenden Person und dem Betrachter. Diese Funktion wird akzeptabel ausgeführt. Falls beide Personen im selben Raum sind, schallt der Ton jedoch ein wenig. In in unterschiedlichen Räumen funktioniert die Kommunikation aufgrund vorhandener Rauschunterdrückung ganz ordentlich. Für jeden, der zum Beispiel seine eigenen Kinder überwachen und zugleich auch Kontakt aufnehmen möchte, ist dieses Feature ganz nützlich. Es gibt aber bestimmt auch weitere Einsatzzwecke für diese Funktion.

Beweglichkeit

Die HiKam Q7 ist eine motorisierte IP-Kamera. D.h. mit einem Smartphone und der passenden App lässt sie sich in der Horizontalen bis zu 300° und in der Vertikalen bis zu 120° bewegen. Das ist vor allem hilfreich, wenn der zu überwachende Raum sehr groß ist, wie z.B. ein Hof. Oder bei sich verändernden Überwachungsbereichen. In unserem Test verlief die Steuerung mit einer kleinen Verzögerung zufriedenstellend ab. Jedoch gibt die Kamera während der Steuerung Geräusche von sich, die in den Aufnahmen wahrnehmbar sind.

Weitere Funktionen

Neben den oben genannten Funktionen besitzt die HiKam Q7 noch viele weitere. Dazu zählt beispielsweise die Unterstützung von Onvif ab Firmware-Version 13.0.0.61 (Updates sind ständig verfügbar). Onvif (Open Network Video Interface Forums) ist ein Programm für die professionelle Videoüberwachung. Es hat sich als Schnittstellen-Standard für IP-Kameras durchgesetzt. HiKam bietet diese Lösung als Alternative zu der kostenlosen Cloud-Übertragung des Live-Videos an. Wie das Ganze funktioniert, erklärt HiKam in einer bebilderten Anleitung (allerdings auf Englisch). Neben Onvif werden alle gängigen Software-Programme und Apps zur Videoüberwachung unterstützt. Darunter gehören Synology, iSpy, M-Sight, IP Cam Viewer, tinyCam Monitor, SecuritySpy, Synology und Qnap. Das ist großer Vorteil gegenüber anderen WLAN-Kameras wie beispielsweise die Amcrest ProHD oder INSTAR IN-6014HD.

Speicherung & Betrachtung der Aufnahmen

Um die aufgezeichneten Videos zu speichern, wird eine microSD-Karte benötigt. Im Lieferumfang ist eine 8 GB beigelegt (maximal sind 32 GB möglich), sodass man sofort loslegen kann. Sind die Aufnahmen gespeichert, können sie per Smartphone abgespielt werden. Ein Download ist nicht notwendig. Somit spart man sich Speicherplatz auf dem Smartphone. Die Aufnahmen werden im Dateiformat .av abgespeichert. Zum Abspielen der Daten auf dem PC oder am Notebook ist der GPlayer geeignet.

Installation

Die IP-Kamera installiert man am einfachsten mit der kostenlosen Hersteller-App aus dem Appstore bzw. Playstore. Dazu ist ein Internetanschluss mit WLAN notwendig. Das Handy muss per WLAN mit Router verbunden sein. Die Einrichtung läuft folgendermaßen ab:

Anleitung

  1. IP-Kamera einschalten.
  2. App öffnen.
  3. Auf „Neue Benutzerregistrierung“ klicken & Daten eingeben.
  4. Mit diesen Daten sich einloggen.
  5. Auf das Plus-Symbol in der rechten Ecke tippen.
  6. „Smart Scannen“ wählen & Wifi-Daten eingeben.
  7. Nun das Handy vor die Kameralinse halten, damit der QR-Code eingescannt werden kann.
  8. Fertig, die IP-Kamera erscheint nun unter „Meine Kamera“.

Die Installation ist über LAN oder AirLink ebenfalls möglich und unproblematisch. Für die Einrichtung der Überwachungskamera per WLAN und QR-Code haben wir weniger als zwei Minuten gebraucht. Sie lief reibungslos und erstaunlich schnell ab.

Zum Zurücksetzen bzw. „resetten“  befindet sich auf der Unterseite der IP-Cam ein Reset-Button. Im eingeschalteten Modus wird mit einem Zahnstocher auf den Knopf gedrückt und so lange gehalten, bis ein Ton zu hören ist. Danach ist die Kamera auf die Werkeinstellungen zurückgesetzt.

Benutzerfreundlichkeit

Übersicht
Übersicht der App
Einstellung in der App
Einstellungen

Die App ist übersichtlich gestaltet und einfach bedienbar.
Unter „Meine Kamera“ lassen sich bis zu 4 Netzwerkkameras hinzufügen. Zur Betrachtung der Live-Aufnahme klickt man auf den „Abspielen“-Button. Um den Alarm für die Bewegungserkennung zu aktiveren, genügt ein Streichen über den „Alarm“-Button. Daneben sieht man ein Feld, das sich „Alarmliste“ nennt. Sie dokumentiert, wie der Name verrät, alle ausgelösten Alarme. Darüber hinaus sind für jede IP-Kamera eigene Einstellungsmöglichkeiten vorgesehen. Bei mehreren Kameras, in verschiedenen Einsatzgebieten ist das durchaus sinnvoll. Die Einstellungsmöglichkeiten sind breit aufgestellt. Die wichtigsten unter ihnen sind „Alarm“, „Aufnahme“, „Videoeinstellungen“ und „Kamera aktualisieren“. Über letzteres funktioniert das Updaten der Firmware.

Support

Bei Problemen oder Fragen zur Überwachungskamera bietet HiKam eine speziell für den deutschen Markt eingerichtete Support-Website (http://support.hikam.de/de/support/home) an. Dort gibt es die Rubriken Installations- und Einstellungsanweisungen, Daten zu Produkten, Ankündigungen und häufig gestellte Fragen. Die Anleitungen sind hilfreich und einfach gestaltet. Selbst Anfänger dürften damit keine Probleme haben. Sollten dennoch Schwierigkeiten auftreten, hilft der Support von HiKam weiter. Hierzu wird ein „Neues Support-Ticket“ mit dem jeweiligen Anliegen angelegt. Innerhalb kürzester Zeit erhält man eine Antwort bzw. Hilfestellung. Wir haben ein Support-Ticket zur Recherche für unseren Testbericht genutzt. Und wir sind von der Kompetenz und Freundlichkeit der Support-Mitarbeiterin beeindruckt. Unsere Fragen wurden ausführlich und nett beantwortet. Davon können sich namhafte Hersteller von Überwachungskameras (genaue Markennamen möchten wir nicht erwähnen) eine Scheibe abschneiden.

Sicherheit

Direkt nach der Installation der IP-Kamera mit den Standard-Zugangsdaten fordert die App uns auf, diese unverzüglich zu ändern. Das ist auch dringend zu empfehlen. Leicht zu erratende Passwörter sind immer ein Sicherheitsrisiko. Das Passwort darf leider keine Sonderzeichen (wie zum Beispiel „,“ „#“ oder „_“) enthalten, obwohl Sonderzeichen Passwörter viel sicherer machen. Bei einer Bruteforce-Attacke, einem Verfahren für das systematische Erraten von Passwörtern, sind Kennwörter mit Sonderzeichen fast unmöglich zu knacken.

Möchte man die Cloud nicht verwenden, weil man Bedenken wegen der Datensicherheit hat, hat HiKam ebenfalls eine Lösung parat. Die IP-Kamera lässt sich auch komplett ohne Cloud-Lösung benutzen. Mit alternativen Programmen, wie beispielsweise Onvif (siehe oben „Funktionen“/“Weitere Funktionen“), arbeitet die Überwachungskamera auch problemlos. Eine Liste mit den kompatiblen Smartphone-Apps und PC-Programmen stellt der Hersteller hier bereit. Dort finden Sie auch Anleitungen zur Installation und Inbetriebnahme der verschiedenen Anwendungen.

Lieferumfang

Mit der Überwachungskamera liefert der Hersteller viel Zubehör, was eigentlich in dieser Branche untypisch ist. Dazu gehören neben Netzkabel, Wandhalterung (+Schrauben & Dübel) auch eine 8 Gigabyte Speicherkarte und ein 433 MHz Antenne für eine Kommunikation mit externen Sensoren und Sirenen. Unser Unboxing-Video zeigt den gesamten Lieferumfang:

Zusammenfassung

HiKam Q7

HiKam Q7
92.5

Videoqualität

9/10

    Funktionen

    10/10

      Benutzerfreundlichkeit

      10/10

        Sicherheit

        9/10

          Vorteile

          • sehr viele Funktionen
          • einfache Einrichtung
          • umfangreiches Zubehör
          • professioneller Einsatz möglich
          • viele kompatible Apps

          Nachteile

          • keine nennenswerten Nachteile

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